Nackenschmerzen: Woher kommen sie und was hilft
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Nackenschmerzen: Woher kommen sie und was hilft

Informationen zu Nackenschmerzen

Nackenschmerzen sind oft auf die Belastung der Nackenmuskulatur im Alltag zurückzuführen. Diese Muskulatur trägt und bewegt deinen Kopf, der ein erhebliches Gewicht hat. Häufig entstehen Nackenschmerzen durch Verspannungen in den Muskeln und Faszien der Halswirbelsäule. Auch Faktoren wie Zugluft, ungünstige Schlafpositionen und Stress können zu Nackenschmerzen beitragen. Obwohl akute Nackenschmerzen in der Regel keinen Grund zur Sorge darstellen, ist es wichtig zu wissen, welche Symptome auftreten können und wie man sie lindern kann.

Wir erklären dir die typischen Symptome von Nackenschmerzen und bieten dir Tipps zur Linderung deiner Beschwerden. Du erfährst außerdem, wie du Verspannungen der Nackenmuskulatur vorbeugen und dadurch Nackenschmerzen vermeiden kannst. Zusätzlich bekommst du Hinweise darauf, wann ein Arztbesuch bei Nackenschmerzen angebracht ist.

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Erklärung zu Nackenschmerzen

Der Nacken ist ein komplexer und sensibler Bereich des Körpers, bestehend aus der Halswirbelsäule mit sieben Wirbelkörpern. Der oberste Wirbel, der Atlas, trägt deinen Kopf. Viele Muskeln, Bänder und Nerven sorgen für eine stabile Haltung des Kopfes und ermöglichen gleichzeitig seine Bewegung. Eine dauerhafte Fehlhaltung oder eine übermäßige Belastung des Nackens kann die Nackenmuskulatur überlasten und zu einem Ungleichgewicht führen. Dadurch entstehen Verspannungen, Muskelschmerzen und Verhärtungen, und die Durchblutung der Muskulatur wird eingeschränkt. Infolgedessen können die Faszien im Nacken- und Schulterbereich verkleben, was zu Blockaden und unelastischem Gewebe führt.

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Symptome von Nackenschmerzen

Nackenschmerzen treten selten isoliert auf und können in Schultern, Arme und bis zu den Fingern ausstrahlen. Sie können auch Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen und Kieferschmerzen verursachen. Ein steifer Nacken, der starke Schmerzen beim Drehen oder Neigen des Kopfes verursacht und die Beweglichkeit einschränkt, ist oft das Ergebnis von Verspannungen. Verhärtungen in der Muskulatur sind häufig fühlbar und Druck auf diese Triggerpunkte kann zu Nacken- und Kopfschmerzen führen.

Akute Nackenschmerzen, die innerhalb weniger Tage bis zu zwei Wochen abklingen, sind in der Regel unbedenklich. Nackenschmerzen gelten als chronisch, wenn sie länger als drei Monate andauern. Sollten zusätzlich zu den Nackenschmerzen Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit, Fieber, Schüttelfrost, Nervenstörungen oder Lähmungserscheinungen auftreten, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen. Je nach Symptomatik können neben dem Hausarzt auch ein Orthopäde, Neurologe, Psychotherapeut oder Psychiater der richtige Ansprechpartner sein.

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Ursachen von Nackenschmerzen

Nackenschmerzen sind ein Hinweis darauf, dass etwas in deinem Körper aus dem Gleichgewicht geraten ist oder überlastet wurde. Sie signalisieren, dass eine Änderung deiner alltäglichen Routinen nötig sein könnte.

Mögliche Ursachen für Nackenschmerzen umfassen:

 

- Schlechte Körperhaltung: Vor allem Menschen, die lange am Computer arbeiten und dabei nach unten auf den Bildschirm schauen, neigen zu einer nach vorne gebeugten Haltung, die die Nackenmuskulatur überlasten kann.

 

- Flache Atmung: Eine oberflächliche Atmung, bei der die Bauchatmung vernachlässigt wird, kann zu Verspannungen im Nacken führen, da das Zwerchfell zu wenig mobilisiert wird.

 

- Stress und psychisch bedingte Nackenschmerzen: Psychische Belastungen, wie übermäßiger Stress oder Traumata, können sich als Rücken-, Nacken- und Kopfschmerzen manifestieren.

 

- Falsche Schlafposition: Eine ungünstige Positionierung der Halswirbelsäule während des Schlafens kann am Morgen zu Nackenschmerzen und Blockaden führen.

 

- Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule: Dysbalancen im Muskel-Faszien-Gewebe können zu einem Bandscheibenvorfall führen, der Schmerzen bis in die Arme sowie Kribbeln und Taubheitsgefühle verursachen kann.

 

Eine genaue Diagnose der Ursachen deiner Nackenschmerzen kann dabei helfen, die richtige Behandlungsmethode zu finden.

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Maßnahmen gegen Nackenschmerzen

Bei akuten Nackenschmerzen und Verspannungen können Lockerungsübungen und Wärmebehandlungen Linderung bringen. Ein heißes Bad oder eine Wärmflasche können die Symptome mildern. Ziel ist es jedoch nicht nur, Schmerzfreiheit zu erreichen, sondern auch den vollen Bewegungsumfang im Nacken wiederherzustellen, um Schonhaltungen und weiteren Nackenschmerzen vorzubeugen. Bewegung ist dabei ein Schlüsselelement, da stillgelegte Muskeln und Faszien anfälliger für Verspannungen werden.


Die drei Säulen des WIRBELWOHL Ansatzes sind:

  1. Selbstmassage durch myofasziale Techniken: Mit Selbstmassagetechniken kannst du Verspannungen im Nackenbereich lösen. Dabei ist es wichtig, auch die Brust- und vordere Halsmuskulatur in die Nackenmassage einzubeziehen.


  1. Mobilisierung der Wirbelsäule: Ergänzend zur Selbstmassage solltest du deine Nackenmuskulatur dehnen, um die Beweglichkeit und Durchblutung zu verbessern. Dazu gehört auch das Mobilisieren der seitlichen und hinteren Nackenmuskulatur durch gezielte Kopfbewegungen und das Dehnen der oft verkürzten Brustmuskulatur, um die Haltung zu verbessern.


  1. Gezielte Kräftigung und Aktivierung der Muskulatur: Die Stärkung der Muskeln im Rücken, in den Schultern und im Nacken ist entscheidend, um Schmerzen zu reduzieren und langfristig zu vermeiden. Durch die Verbesserung der Haltung können zukünftige Nackenschmerzen vermieden werden.
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Vorbeugung von Nackenschmerzen

Um Nackenschmerzen langfristig vorzubeugen, ist es empfehlenswert, neben gezielten Übungen auch die alltäglichen Gewohnheiten zu optimieren:

 

- Verbessere deine Körperhaltung: Eine gute Haltung ist sowohl für deine Gesundheit als auch für dein Selbstbewusstsein wichtig. Beginne damit, deine Schulterblätter nach hinten unten zu ziehen und deine Brust rauszustrecken, während du darauf achtest, dass dein unterer Rücken und Nacken gerade bleiben. Ebenfalls solltest du während der Arbeitszeit regelmäßige Bewegungspausen einlegen und häufiger deine Position ändern, um die Haltung von Kopf und Armen ausgeglichen zu halten.

 

- Atme durch den Bauch: Versuche, aktiv gegen eine auf den Bauch gelegte Hand zu atmen. Dies entspannt Körper und Seele.

 

- Nutze Entspannungstechniken: Methoden wie Autogenes Training, Meditation oder Yoga können dabei helfen, Stress zu reduzieren. Finde eine Technik, die dir hilft, deinen Stress zu mindern.

 

- Wähle eine muskelentlastende Schlafposition: Ein ergonomisches Nackenstützkissen kann deinen Nacken nachts entlasten und verhindern, dass du mit Nackenschmerzen aufwachst. Bauchschläfer neigen dazu, ihre Halswirbelsäule stark zu verdrehen, daher ist diese Schlafposition nicht zu empfehlen.